Einige wichtige Punkte vorweg:
- Vom Kultusministerium gibt es keine gesonderten Anweisungen zur Handhabung des Fernbleibens von Schülerinnen und Schülern am Demonstrationstag
- Jede Schule regelt die Maßnahmen selbst, in der Regel bekommen die Schüler maximal einen Verweis
- Verweise erscheinen nicht in (Abitur-)Zeugnissen
- Verweise sind dazu da, die Eltern über das Verhalten ihrer Kinder zu informieren, in diesem Fall werden die Schüler von ihren Eltern unterstützt, somit kann man den Verweis ignorieren
- Verweise sind “Disziplinarmaßnahmen”, man braucht sie also nicht vor mehr zu fürchten
- Niemand muss Angst vor langfristiger Benachteiligung durch die Teilnahme am “Streik” haben
- Sollte mit Absagen von Klassenfahrten oder Ähnlichem gedroht werden, bitte unter Q11-Streik@bildungsstreik-bayern.de Bescheid geben. Wir werden uns darum kümmern.
- Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle wird auf der Abschlusskundgebung in München reden und legitimiert somit auf eine gewisse Art und Weise die Demonstrationen.
Entschuldigung für Schüler
Soll man eine Entschuldigung in der Schule abgeben? Oder lieber nicht? Was für Strafen kann es für “gefälschte Entschuldigungen” geben? Wir haben hier ein paar Möglichkeiten zusammengestellt:
1. Nix abgeben
Du gibst einfach keine Entschuldigung ab, also du schwänzt. Folglich hast du schlimmstenfalls mit den üblichen Strafen für Schwänzen an deiner Schule zu rechnen, diese sind von Schule zu Schule unterschiedlich.
2. Entschuldigung abgeben
Du gibst eine Entschuldigung ab (bei unter 18 jährigen von den Eltern unterschrieben, bei über 18 jährigen selber unterschreiben), diese sollte aber keinen speziellen Grund (auf keinen Fall Krankheit angeben, denn das wäre gelogen) nennen, z.B.:
“Meine Tochter Liselotte Maier konnte am Freitag, den 12.02.2010, [wegen Teilnahme an einer Demonstration für bessere Bindungen im G8] nicht am Unterricht teilnehmen.”
Welche Möglichkeit du wählst, musst du selber abwägen!
Außerdem gilt: Je mehr Leute du mitnimmst, desto milderer sind die Strafen für alle!
Sollten euch irgendwelche Strafen (Streichung von Klassenfahrten, Direktoratsverweise oder Vergabe von schlechten mündlichen Noten) angedroht werden ist es wichtig, dass du uns das mitteilst. Wir sammeln die Informationen, und werden durch medienwirksame Aktionen, Aufmerksamkeit erwecken. Falls es Probleme gibt melde dich unter q11-streik@bildungsstreik-bayern.de .
Ein Verweis ist nach ein paar Jahren nicht mehr das Papier wert auf das er geschrieben wurde (ein Verweis steht nie im Abschlusszeugnis). Lass dich nicht einschüchtern!
Nachholen der verpassten Stunden
Bei den vergangenen Bildungsstreiks mussten die Stunden an einigen Schulen nachgeholt werden. In dieser Zeit habt ihr die evtl. die Möglichkeit über Probleme und Verbesserungsvorschläge beim G8 zu sprechen. Schlagt es doch einfach mal euren Lehrern und Direktoren vor!



Donnerstag 21. Januar 2010 um 17:18
hey
also bei uns machen sogar ein paar lehrer mit….einer will mit uns plakate basteln und unser direktor weiß nicht, ob er und überhaupt einen verweis ausstellen soll, weil wir da unbedingt hingehen sollen….
in nächster zeit gründen wir auch einen Ak gegens G8 und wir haben die unterstützung von vielen lehrern…
Freitag 29. Januar 2010 um 16:48
hallo:)
wie macht ihr des denn mit dem Direktor?Sagt ihr des dem oder seit ihr dann einfach weg?
lg
Freitag 29. Januar 2010 um 18:42
Da der Direktor euch nicht freigeben darf, lohnt es sich nicht zum Direktor zu gehen.
Man kann ihm aber vielleicht vorschlagen, statt Verweise zu vergeben, mit eine Diskussionsrunde über G8/Q11 die verpassten Stunden nachzuholen.
Das kommt aber ganz individuell auf euren Direktor an.
Sonntag 31. Januar 2010 um 21:06
Also bei uns werden gnadenlos Verweise (das geht ja noch und ist noch erträglich) bzw. “Leistungsnachweise” (Exen etc.) mit 00 Punkten (= Note 6) bewertet, was weitaus schlimmer als ein lächerlicher Verweis ist.
Dienstag 2. Februar 2010 um 13:45
hey,
wir wollten eig auch teilnehmen…bei uns kommt der verweis aber angeblich ins Abizeugnis…darum sind wir jetzt unschlüssig.
Für uns bringt der Streit ja whh eh nicht wirklich was und dafür die Zukunft aufs spiel setzen?!
Abizeugnis mit verweis kommt nirgendswo gut an…
LG
Dienstag 2. Februar 2010 um 18:25
NEIN!
Sarah!
Das was dein Direktor Euch da auftischt ist ein großes LÜGENMÄRCHEN!
Das darf er nämlich ÜBERHAUPT NICHT!
Zeugnis ist ein Nachweis über die Leistung eines Schülers und kein SÜNDENREGISTER!!!
Ich habe gerade mit einem Schulrechtsexperten telefoniert und er hat mir bestätigt, dass auf gar keinen Fall ein Verweis in irgendeinem Zeigniss stehen darf!
Was wäre das denn auch?! Euer Zeugnis ist dafür da, eure Leistungen wiederzubringen und es ist nicht erlaubt irgendetwas negatives darin abzudrucken, was Euch im Nachhinein schaden könnte.
Geh einfach zu eurem Direktor und frag ihn was das soll, denn er darf das gar nicht.
Denn: Ein Verweis ist ein Hinweis an eure Eltern und wird in Eurer Schülerakte vermerkt. Die wiederum darf nur von Lehrern bzw. Rechtsanwälten eingesehen werden.
Sarah: GLAUB IHM KEIN WORT!
Das einzige was er damit bezwecken will, ist euch von der Teilnahme an der Demo abzuhalten und dafür muss er sich Lügen ausdenken….
Und MAX:
Sie kündigen Euch an, an diesem Tag Exen zu schreiben, damit ihr dann 0 Punkte bekommt?
Du weißt hoffentlich, dass dies nicht rechtmäßig ist, denn die Ex wird dann nicht geschrieben, um Eure Leistung zu prüfen, sondern sie wird vorsätzlich aus einem anderen Grund geschrieben!
Vor Gericht würde euch JEDER Richter Recht geben und Euer Lehrer/Direktor hätte dann ein
ziemlich GROßEs Problem!!!
Mittwoch 3. Februar 2010 um 14:03
Hmm . ich würd’ echt gerne hin,
aber ich bin halt echt unschlüssig, weil meine Eltern ziemliche Spießer sind und bei mir aufm Gym vlltl. Grad mal 2 Leute noch hingehen würden…
Gibts noch ne Möglichkeit meine Unterstützung zu zeigen ?
Donnerstag 4. Februar 2010 um 00:13
@MAX: Wenn dem so sein sollte, dann solltest Du mindestens mal hier reinschreiben, welche Schule so mit ihren Schülern umgeht, damit man weiss, wo man einen großen Bogen drum machen soll.
Donnerstag 4. Februar 2010 um 00:26
@Sarah: Und an welcher Schule bist Du? Wenn Euer Rektor das gesagt hat…setzt Euch mit ein paar Leuten zusammen und schreibt anonym eine Pressemitteilung an eure Lokalzeitung. Das ist total einfach, bleibt aber sachlich und behauptet nix was so nicht passiert ist. Und dann email an die Redaktion eurer örtlichen Zeitung. Das ist das einfachste auf der Welt. Gut formuliert und als Pressemitteilung eines Kreises von Schülern betitelt kann es gut sein, dass die der Sache nachgehen. Wir haben es schon erlebt, dass die PM sogar vollkommen unverändert so in der Zeitung stand.Lasst Euch nicht einschüchtern! Du siehst, wie mit Euch umgegangen wird: Dein Rektor droht mit Schikanen, weil Du dein verfassungsmässig verbrieftes Recht, Deine Meinung in einer Demo öffentlich kundzutun ausüben willst. Dabei droht er sogar mit Maßnahmen, die gegen geltendes Recht verstoßen würden! Bleibt zu prüfen, inwieweit er, sofern er das öffentlich gesagt hat schon allein mit seiner Drohung gegen geltendes Recht verstoßen hat. Würde er das mit dem Vermerk tatsächlich machen, wäre er absolut im Arsch. Wenn er einigermassen Grips hat, weiss er das und verlässt sich drauf, dass ihr eben nicht besser bescheid wisst und es glaubt. Ihr wisst es besser und drum lasst ihr Euch erstens nicht verarschen und zweitens habt ihr nun allen Grund, mit noch mehr Leuten, noch wütender, noch lauter auf die Straße zu gehen. Also ab, im SchülerVZ, per email oder sonstwas, allen Leuten Bescheid sagen! Es gibt absolut keinen Grund, sich so etwas gefallen zu lassen und so ein Verweis interessiert einen Tag nach der Ausgabe der Abizeugnisse keinen Menschen mehr.
@Tanya: Das glaub ich so nicht, den Eindruck hat man immer und dann sind es doch mehr. Im schlimmsten Fall: alleine hingehen, die Leute, die auf die Demo gehen sind eh ziemlich gut drauf, die kennst Du dann ganz schnell. Wetten?!
Donnerstag 4. Februar 2010 um 00:35
AN ALLE, DENEN VON LEHRERN ODER REKTOREN SCHIKANEN ANGEDROHT WERDEN:
Wendet Euch an die Presse! Es ist sehr einfach:
1) Sachlich in einer Pressemitteilung schildern, was vorgefallen ist. Wichtig: Nichts unwahres behaupten, lediglich schildern, was angedroht wurde. Nicht persönlich gegen einzelne Lehrer vorgehen, wohl aber gegen den Rektor, sofern er ungerechtfertigte Sanktionen ankündigt, die über das, was bei normalem Fehlen passiert hinausgeht, sprich, die Euch nicht am Fehlen wie sonst auch hindern wollen, sondern die nicht wollen, dass ihr auf die Demo geht.
2)Diese Mitteilung von so vielen wie möglich anonymisiert unterzeichnen. z.B. “10 Schüler von der Schule XY”, oder Initialen.
3) Diese PM als email an die Redaktion Eurer Lokalzeitung schicken. Journalisten sind wie alle Menschen eher faul und sehr dankbar, wenn man ihnen die Arbeit abnimmt, sprich für sie schreibt.
Donnerstag 4. Februar 2010 um 13:48
Anonyme Leserbriefe ignorieren die meisten Redaktionen. Zum Glück – der Verleumdung wäre sonst Tür und Tor geöffnet. Ich könnte aber darum bitten, dass eure Namen geheim bleiben. Das wird jeder Redakteur in einem solchen Fall verstehen und sich auch danach richten. Er kann sich schließlich vorstellen, was euch sonst in der Schule passieren würde.
Ein fauler und dankbarer Redakteur
Donnerstag 4. Februar 2010 um 20:50
An unserer Schule wurde angedroht, dass jeder einen Direktoratsverweis bekommt, der an dem Streik teilnimmt.
Jetzt haben natürliche viele Angst, dass dieser im Abiturzeugnis erwähnt wird.
Weiß jemand, ob das so stimmt?
Donnerstag 4. Februar 2010 um 21:03
Bei uns gibt es ähnliche Probleme: Normalerweise bekommt man einen Verweis wenn man Schule schwänzt. Allerdings bekommen alle die, die Schule schwänzen um auf die Demo zu gehen eine sog. verschärften oder direktoratsverweis. Der soll angeblich im Zeugnis auftauchen. Ich denke zwar, dass das eigentlich auch nur Panik mache ist, trotzdem schreckt es viele Schüler ab. Nun meine Frage: Gibt es wirklich eine Art von Strafe die im Zeugnis vermerkt werden kann?
Donnerstag 4. Februar 2010 um 23:31
Es gibt es keine Strafen, die im Abizeugnis auftauchen.
Sollte das mit der Androhung von verschärftem Verweis stimmen ist das meines Wissens nicht rechtens, denn unentschuldigt Fehlen ist unentschuldigt Fehlen, das ist der Tatbestand, der geahndet wird, nicht ob man inzwischen die Zugspitze besteigt, fernsieht oder an einer Demo teilnimmt. Abgesehen davon: Wie will euer Rektor Euch das nachweisen? Euch auf der Demo fotografieren?
Und darüber hinaus: NICHT EINSCHÜCHTERN LASSEN! WER SICH EINSCHÜCHTERN LÄSST, HAT SCHON VERLOREN.
In Eurem Fall bietet sich übrigens das von mir und dem faulen und dankbaren Redakteur beschriebene Prozedere an (siehe oben).
Dem ich übrigens hiermit für seinen Hinweis danke. (Allerdings werden Unterschriften wie “Vollversammlung der…” oder “Plenum” durchaus akzeptiert!)
Freitag 5. Februar 2010 um 08:14
Art. 86 BayEUG regelt die Sache mit den Verweisen, Grundsatz ist die Verhältnismäßigkeit. In keinem Zeugnis taucht ein Verweis auf (ausprobiert), die Texte zum Verhalten verschlüsseln das, aber die fehlen im Abizeugnis! Es muss echt niemand mit so einem “Schandmal” ins Berufsleben starten! Absolut sicher!
Was ich aber bis an mein Lebensende nicht verstehen werde: Wieso finden die Demos nicht mittags statt, wenn das Thema sich erledigt hat?
Was mir noch ganz wichtig ist: Ich finde es echt super, dass ihr laut “Nein!” sagt!
Freitag 5. Februar 2010 um 09:56
Liebe Schüler,
als Elternbeiratsvorsitzender unterstütze ich unsere Schüler voll und ganz, verstehe aber auch die Schulleiter die vom Ministerium unter Druck gesetzt werden. Bei uns werden rund 300 Schüler mitmachen und jemehr sich trauen um so mehr setzen wir das Ministerium unter Druck. Es kann nicht sein, dass 10.000 Schüler einen Verweis bekommen nur weil sie ihre Grundrechte nutzen. (Ohne Montagsdemo hätte es auch keine Wende gegeben) Ich bin an die Presse, Radio, Fernsehen und die örtlichen Abgeordneten herangetreten die uns alle Unterstützen. Also macht alle mit, dann kann das KM nicht anders alls die Strafen aussetzen.
P.S. Mein Name ist natürlich falsch, da sonst mein Schulleiter wüsste wieviele bei uns mitmachen und das würde Ihn nur vor unnötige Probleme stellen.
Freitag 5. Februar 2010 um 12:50
Also unser Schulleiter meinte, er darf nicht alle, die auf den Streik gehn wollen, entschuldigen, was ich auch verstehe.( Allerdings kenn ich auch eine Schule, bei der dies der Direktor bereits gemacht hat:P) Grundsätzlich sei er aber dafür, dass wir auf den Streik gehen und er hat uns versprochen, keine Verweise zu geben;)
München, wir kommen:) !!!!
Freitag 5. Februar 2010 um 14:17
Unser Kollegstufenbetreuer hat uns gesagt unser Direktor dürfe uns für den Streik nicht freistellen.
Er hat uns außerdem erzählt, dass es für die Teilnahme an der Demo ein Disziplinarverfahren gibt, weil die Demo vom Kultusministerium untersagt wurde. Darf man das? Ist doch eigentlich nicht mehr als normales Schwänzen…
Ich gehe natürlich trotzdem hin, aber mich würde die rechtliche Lage einfach mal interessieren.
Freitag 5. Februar 2010 um 15:33
Bei uns auf der Schule wollen einige aus der 10. zur Demo gehen, weniger aus der Q11.
Nur unser Direktor droht uns mittlerweile schon mit Suspendierung oder Streichung von Studienfahrten etc. Ich weiß, dass das eine total unangebrachte Strafe ist und im Grunde auch nur eine Drohung, aber viele lassen sich davon einschüchtern. Wie kann ich sie davon überzeugen,
dass er solche Maßnahmen nicht durchführen kann, dann müsste er schon ca. ein Drittel der 10. Jahrgangsstufe und auch einen Teil der Q11 von der Schule schmeißen.
Und wie kann man ein bisschen dagegen vorgehen, dass er so harte Strafen zieht?
Das ist doch unmenschlich!!!
Freitag 5. Februar 2010 um 15:54
Eurer Direktor kann euch natürlich nicht für einen “Streik” oder Demonstrationen während der Schulzeit freistellen.
Allerdings kann euch nicht mehr passieren, als dass ihr einen normalen Verweis bekommt. Sollte es zu mehr kommen, schaltet bitte die lokale Presse und den Elternbeirat ein und sagt uns unter q11-streik@bildungsstreik-bayern.de bescheid, wir werden alle Unregelmäßigkeiten veröffentlichen. Die Teilnahme an den Demos ist nicht mehr als normales Schwänzen. Mir wurde das von mehreren Leuten im Kultusministerium zugesichert.
Das Kultusministerium kann die Demonstrationen nicht “untersagen” und hat dies auch nicht getan.
Samstag 6. Februar 2010 um 15:27
bezug auf angekündigte exen:
ich wäre da vorsichtig das als illegal zu bezeichnen
ich bin lehrer und wir kündigen im q11 aus schülerfreundlichkeit exen an
und wenn das normal geht dann geht das auch am 12.02
wer will dem lehrer denn beweisen dass er es nicht gut meint?
dass das natürlich reichlich unfair ist ist klar aber ob man was machen kann ist fraglich
eine lehrer der die streiks unterstützt
Samstag 6. Februar 2010 um 16:37
Ich versteh echt nicht, was an euren Schulen da zum Teil abgeht. Ich hab mein Abi bereits vor zwei Jahren gemacht und wir waren damals in unserem letzen Jahr auch bei einem Bildungsstreik in München. Das wurde dann bei den Betroffenen schlichtweg als Fehltag eingetragen und damit hatte sich die Sache erledigt… und es waren fast dreiviertel der Stufe beim Streik. Wir mussten die Stunden weder nachholen noch gab es sonst irgendeine Konsequenz. Die Lehrkräfte waren zwar nicht begeistert vor leeren Klassen zu stehen, aber klar dafür, dass wir bereit waren uns unsere Interessen einzusetzen.
Schulen sind meiner Ansicht nicht dafür da den Schülern Obrigkeitshörigkeit einzupflanzen, aber nichts anderes ist es, was an den Schulen offenbar versucht wird.
Sonntag 7. Februar 2010 um 11:37
Kultusminister Spänle nennt unsere neue Oberstufe das „Flaggschiff der deutschen Gymnasien“. Wie wahr! Denn das Niveau deutlich zu senken und gleichzeitig die Beanspruchung von Schülern (und Lehrern) heraufzuschrauben – das schafft nicht jeder.
Die neue Oberstufe krankt an allen Ecken und Enden. Das Hauptproblem dabei ist nicht die Wochenstundenzahl der Schüler, die auf dem Papier steht, sondern die ganze Struktur. Es gibt keine Differenzierung in Leistungskurse und Grundkurse mehr. Spänle stellt das als Vorteil hin. In Wirklichkeit ist das (und als Kurleiterin etlicher Leistungskurse und als Mutter eines Kindes, das das Kurssystem durchlaufen hat kann ich das sicher beurteilen) eine extreme Verarmung für Schüler, Lehrer und Bildungsstand. In der neuen Oberstufe werden alle Fächer über einen Kamm geschoren, alle Schüler, egal, ob sie in einem Fach schriftlich, mündlich oder gar nicht Abitur machen wollen, in einem viel zu großen Kurs zusammengeworfen und alle sollen sie gleich behandelt, aber auch individuell gefördert werden. Die Lehrpläne werfen Schülern und Lehrern einzelne Brocken hin, die sie gefälligst zu bearbeiten haben. Von einem größeren Kontext und Hintergrundwissen, diese Brocken irgendwie einzuordnen, keine Rede. Denn die Zeit dafür, diese Grundlagen zu legen, fehlt vorher. Das ist es, was Stress bei den Schülern verursacht, das Gefühl, vor einem Berg an Fächern zu stehen, überall gleich viel lernen zu müssen und keine Schwerpunkte mehr setzen zu können. Von überall a bissl was und nix gscheit, wie der Bayer sagt.
Unsere Obrigkeit stellt die fehlenden Leistungskurse als Vorteil hin, weniger Spezialisierung bedeute weniger Anspruch und mehr Allgemeinbildung.
Schauen wir uns das noch existierende Kurssystem im Vergleich dazu an: im häufigsten Fall werden ca. 15 Schüler in je 5 Stunden pro Woche in zwei Leistungskursfächern unterrichtet (im G8 bis zu 28, 30 Schüler in weniger Wochenstunden). Hier ist wirklich intensive gemeinsame Arbeit möglich. Man kann sich in Inhalte auch wirklich mal vertiefen, alle in der Gruppe haben im Normalfall ein hohes Interesse daran, denn das Fach wurde ja bewusst als LK gewählt. Es entsteht in vielen Fällen (das kann ich aus eigener Erfahrung, aus Gesprächen mit vielen Kollegen und als Mutter unterstreichen) eine sehr, sehr konstruktive Lernatmosphäre in einem solchen Kurs, die weit über das rein schulische Leben hinausgeht. Bei uns ist es (noch) ganz selbstverständlich, dass Kursleiter und Schüler sich auch privat treffen, um gemeinsam zu arbeiten, zu feiern, Exkursionen zu machen, Projekte durchzuführen (dazu brauch ich dann auch kein mit heißer Präsentations- und Beamerluft aufgeblasenes, fehlkonstruiertes P-Seminar, wo am besten jeder Handgriff dokumentiert, protokolliert und bürokratisch-juristisch hieb- und stichfest benotet wird). Denn alle in einem Kurs ziehen ja am selben Strang. Selbstverständlich liegt dabei das Niveau, das hinten herauskommt, wesentlich höher als im neuen System. Natürlich gibt es im alten Kurssystem auch sehr stressige Phasen und auch hier ist bei weitem nicht alles ideal. Aber diese intensive Lernatmosphäre und das tolle Gefühl, das alle – Schüler wie Kursleiter – hatten, wenn man mit viel Anstrengung und vielleicht auch Erfolg am Ende gemeinsam die Ernte einfährt, konnte in den Leistungskursen ganz häufig entstehen. Das wird in der neuen Oberstufe nicht mehr entstehen und erst recht nicht in unserer völlig desolaten und chaotischen Hochschullandschaft.
Keiner unserer Bildungspolitiker sagt davon ein Wort, weil keiner wirklich was davon versteht. Bevor unsere Politiker auf die hören, die was davon verstehen, plappern sie lieber irgendeinen Krampf nach, den sie vermeintlich aus der Wirtschaft hören.
Sollte doch einer was von der Materie verstehen, dann will oder darf er es nicht sagen, weil das alte Kurssystem natürlich deutlich teurer ist.
Liebe Q11-Schüler, reitet nicht auf der hohen Stundenzahl rum. Die Probleme liegen viel tiefer.
Schneewittchen
Sonntag 7. Februar 2010 um 14:40
Liebes Schneewittchen,
danke für diese Zeilen, eine absolut brilliante und treffende Analyse, sowohl inhaltlich als auch sprachlich.
Eigentlich müssten die Schüler ja einfach die Abschaffung des G8 und die Rückkehr zum alten System fordern, aber das ist ja sowas von utopisch, dass sie nur noch ausgelacht würden, leider! Jeder plappert stattdessen gebetsmühlenartig und von keinerlei Sachkenntnis getrübt nach, dass es überall das G8 gebe und auch im Ausland, auch wenn da die Systeme ganz andere sind und dass wir doch jüngere Absolventen brauchen… Jeder, der etwas anderes fordert, ist ewig gestrig und larmoyant und was weiß ich. Außerdem ist natürlich das Geld dafür längst in Kärnten!
Die Q11-Schüler ringen verständlicherweise jetzt darum, ihr Joch abzustreifen, ihre aktuelle Situation irgendwie zu erleichtern, wobei ihnen nicht geholfen ist, wenn ihnen die Noten nachgeworfen werden, was wahrscheinlich passieren wird. Das g8 muss ja ein Erfolg werden!!! Aber in den Forderungen finden sich durchaus Punkte, die schon in die richtige Richtung gehen, wenn sie auch bei bei ihrer Verwirklichung nur noch den nachfolgenden Jahrgängen nutzen z.B. mehr Wahlfreiheit bei den Abiturfächern, mehr Lehrer und kleinere Kurse. Es steht jedoch wirklich zu befürchten, dass das G8 eine solche Missgeburt ist, die keine noch so gut gemeinte kosmetische Operation retten kann, weil der gesamte Denkansatz, der ihm zugrunde liegt, falsch ist.
Sonntag 7. Februar 2010 um 15:48
die demo ist doch angemeldet, oder?
ich weiß, das ist selbstverständlich, aber nur zur sicherheit.
& stehen verschärfte verweise im Zeugniss?
ich bin nämlich in der 10. klasse und überlege ob ich abgehen soll, also ist das zeugniss ziemlich wichtig.
Sonntag 7. Februar 2010 um 15:52
Alle Demonstrationen sind natürlich angemeldet.
Auch verschärfte Verweise stehen nicht im Zeugnis.
Es wird aber eh nur mit normalen Verweisen gerechnet.
Sonntag 7. Februar 2010 um 23:03
Hallo,
als Schüler der Q11 habe ich für meine Jahrgangsstufe Unterschriftenformulare bereitgestellt, auf dem die Eltern ihre Kinder entschuldigen(“Hiermit befreie ich mein Kind für den Schulstreik am 12.02. von 9:50-13:05″).
Wie sieht hier die rechtliche Lage aus. Aufgrund der Entschuldigung der Eltern liegt ein “Schwänzen” meines Wissens nicht vor und dürfte demnach auch keinen Verweis nach sich ziehen.
Ich würde mich über eine hilfreiche Antwort sehr freuen!
Montag 8. Februar 2010 um 14:33
Hi,
Verweise können im Abizeugnis zwar nicht direkt genannt werden, aber sie verschlechtern die
normalerweise die Bemerkung über das Verhalten.
anke(kommentar 15) schrieb, dass diese im Zeugnis aber fehlen.
In dem von ihr genannten Artikel (86 BayEUG) steht darüber aber nichts.
Denn soweit ich weiß fehlen die Verhaltensbemerkungen nur, wenn das Verhalten des Schülers besonders Schlecht war,
negative Bemerkungen dürfen nicht enthalten sein.
Weiß hier irgendjemand darüber Bescheid?
Ich würde nämlich jederzeit auf die Demo gehen, habe aber keine Lust, mir mein Abizeugnis zu versauen.
Die Forderung nach einer Demo am Nachmittag kann ich nur wiederholen.
Der einzige Grund, dass Schüler NICHT auf die Demo gehen ist die Angst vor schlechten Bemerkungen im Abizeugnis.
Und wegen dem Argument “Am Nachmittag erregen wir keine Aufmerksamkeit”:
Die Medien sind verdammt froh, wenn sie über irgendetwas schreiben können.
Das Letzte, was sie machen würden, wäre, die Demo zu ignorieren.
Man erreicht höchstens in den Schulen weniger Aufmerksamkeit, da alle Schüler anwesend sind,
aber die, die wir erreichen wollen sind nicht die Schulen, sondern die Regierung.
Die Schulen kriegen ja wohl mit, wie es den Schülern geht, die Regierung hat da wahrscheinlich (wie üblich) wenig Ahnung.
Also macht die nächste Demo am Nachmittag!!
Wäre nett, wenn jemand mir sagen könnte, was mit den Verhaltensbemerkungen im Zeugnis ist.
Ich habe großen Respekt vor denen, die trotzdem auf die Demo gehen, werde es aber ohne die Sicherheit,nichts im Zeugnis stehen zu haben, nicht riskieren.
Dienstag 9. Februar 2010 um 00:21
Um noch mal einiges klarzustellen:
- Es gibt keine Bemerkungen zum Verhalten im Abizeugnis!
- Verweise (egal in welcher Form) werden nicht im Zeugnis genannt!
(alles selbst ausprobiert^^)
- Angekündigte Notenerhebung an dem Tag ist spätestens dann nicht mehr zulässig und rechtlich angreifbar, wenn es im Bezug auf die Demo “angedroht” wird.
- Kollektivstrafen jeglicher Art sind verboten.
- Aber ganz wichtig: Jede Strafe wird lächerlich bis hinfällig, wenn der Großteil einer Klasse sie erhält.
Also auf die Straße! Und wenn euch dann irgendetwas angedroht wird: Geht an die Presse: Nichts fürchten Politiker, aber auch Direktoren mehr als negative Presseberichte!
Und weil es das letztes Jahr auch gab:
Man darf euch schon gar nicht einsperren, um euch daran zu hindern, an der Demo teilzunehmen. Sollte das erneut ein Problem sein, droht mit Strafanzeigen bzw. zeigt die verantwortlichen an.
Bei den Unibesetzungen wurde übrigens an zahlreichen Unis die Anwesenheitspflicht aufgehoben.
Dienstag 9. Februar 2010 um 15:45
Ich würde allen empfehlen, sich mit dem Direktorat zu unterhalten.
Bei uns ist es so, dass der Direktor angekündigt hat, dass zwar verweise verteilt werden, diese aber keinerlei auswirkungen auf Zeugnisbemerkungen o.ä. haben und nicht erwähnt werden.
Bedingung war, dass wir auf jeden Fall die ersten zwei Stunden in die Schule gehen und eine Entschuldigung mit Grund “Schülerstreik” abgeben…
Die Zeugnisse bekommen wir schon in der ersten Stunde.
Ich denke, dass ist fair so.
Dienstag 9. Februar 2010 um 16:06
Also ich glaube mein Direktor hätte kein Problem damit dass Schüler fehlen.
Mein Problem ist es dass meine Eltern nicht erlauben dass ich zu dieser Demo geh.
Könnt ihr mir viellecht ein paar Tipps geben?
Dienstag 9. Februar 2010 um 19:21
Bei uns an der Schule wird vermutl. die gesamte q11 nach münchen fahren….dazu werden noch ein paar grüppchen von jüngeren Schülern demonstrieren gehen.
chilla: warum sollten deine eltern nicht erlauben dorthin zu fahren?
Versuch es mal mit den Argumenten aufm Flyer; Falls du aber noch nicht volljährig bist und deine eltern die Demo nicht erlauben ist es empfehlenswert nicht teilzunehmen….wegen rechts usw. …
Dienstag 9. Februar 2010 um 20:57
Hallo alle zusammen,
ich bin jetzt in der 10ten, ich hab die 8te wiederholt und war somit ebenfalls 2 Jahre im ersten G8 Jahrgang. Der Druck da ist enorm und wenn ich jetzt sehe, was meine 10-jährige Schwester alles lernen muss, was ich erst in der 7ten hatte zb. sämtliche EU-Staaten+Hauptstädte auswendig können, dann klappt mir echt die Kinnlade herunter…
Bemerkenswert ist ja, dass gute Entscheidungen immer viele Jahre brauchen, bis sie verabschiedet werden, wohingegen schlechte wie das G8 innerhalb von wenigen Wochen getroffen wurde..!!
Ich habe eine Frage, vielleicht kann sie mir einer beantworten, denn es ist wirklich wichtig für mich:
Ich fahre von April bis Juli nach Neuseeland und habe die Schulbefreiung vom Direktor schon…jetzt weiß ich aber nicht ob ich zu der Demo in München gehen soll, weil ich auf gar keinen Fall will, dass mir die Erlaubnis wieder entzogen wird, bzw. dass ich schlechtere Karten bei den Seminarwahlen oder ähnlichen habe.
Kennt jemand eine Lösung dafür oder weiß jemand ob dass die Schule überhaupt darf??
Danke schon im Vorraus und auch wenn ich vielleicht selbst am Freitag dann nicht dabei sein kann: Ich finde auch wenn man einen Verweis bekommen sollte, kann man seinen Kindern später sagen, dass man ihn nur bekam, weil man für seine Bildung einstand, damit sie es einmal besser haben…Weiter so
xoxo
Mittwoch 10. Februar 2010 um 01:46
Schlechtere Karten bei Seminarwahlen wäre eindeutig Schikane und somit nicht zulässig. Wobei man hier natürlich erstmal diese Schikane nachweisen müsste. Ich habe selbst nie eine G8-Klasse besucht und weiß daher nicht wie man überhaupt bei der Seminarwahl benachteiligt werden kann – vielleicht erläuterst du mir das kurz.
Zu deiner anderen Frage: Ist das ein Schüleraustausch, der von der Schule organisiert wurde oder was hat es damit auf sich? In der Regel sollte dir der Rektor diese Schulbefreiung nicht mehr entziehen können. Sollte er es trotzdem tun, muss man eben den bürokratischen Weg einer Schulbefreiung zu weiterbildungs Zwecken gehen (>> Kultusministerium und falls dieses es auch versagt bleibt noch die gute alte Judikative)…
Mittwoch 10. Februar 2010 um 10:12
Hallo!
Also wir hier in Ingolstadt dürfen auf keinen Fall. Verweis und Disziplinarausschluss könnte die Folge sein. Angeblich ist das vom Kultusministeruim vorgegeben?!?! Stimmt das ?? Jetzt sind natürlich alle Schüler eingeschüchtert und fahren nicht mit.
Mittwoch 10. Februar 2010 um 11:23
Nein, das stimmt nicht! Es gibt keine Vorgaben vom Kultusministerium. Jede Schule behandelt das Fernbleiben ihrer Schüler nach eigenem Bemessen. Also in der Regel max. mit einem normalen Verweis. Niemand wird von der Schule fliegen oder schlechte Noten bekommen. Ein Verweis erscheint auch nicht in den Zeugnissen. Bitte sag uns, auf welche Schule du gehst, wir kümmern uns darum. Bitte kommt auf jeden Fall nach München. Der Kultusminister Spaenle wird um 13 Uhr auf der Bühne reden und legitimiert das “Schwänzen” somit auf eine gewisse Art und Weise.
Mittwoch 10. Februar 2010 um 16:45
Im Abizeugnis steht definitiv keine Bemerkung über das Verhalten, hab meins extra rausgekramt
Was ist eigentlich mit den Eltern, die Juristen sind? Wieso unterstützen die hier nicht tatkräftig mit Fachwissen? Ist nicht die freie Meinungsäußerung (= Teilnahme an einer Demo) ein höheres Rechtsgut als Schulpflicht (für kurze Zeit)?
Mittwoch 10. Februar 2010 um 19:12
Ich würde gerne hin aber meine Eltern haben ein Problem damit weil die Demo laut eines Mitglieds unseres Elternbeirats nicht genehmigt ist. Deshalb wollen sie mich auf keinen Fall unterstützen indem sie mich entschuldigen.Ich müsste demnach ohne Entschuldigung zu der Demo gehen, die evtl. Strafen lassen mich nicht zurückschrecken aber Sie sagen, dass es sein kann, dass wir von der Polizei wieder in die Schule gebracht werden und meine Eltern dafür die Kosten tragen müssen => Ich müsste das bezahen
Mittwoch 10. Februar 2010 um 19:26
@son ein kerl:
die demo is schon lange angemeldet;) und die polizei fährt dich sicher nicht wieder in die schule xD
Mittwoch 10. Februar 2010 um 19:26
Die Demos sind alle offiziell angemeldet und somit auch genehmigt.
Die Polizei wird an diesem Tag keine Schüler in die Schule bringen, denn dafür gäbe es in Bayern garnicht genug Polizisten.
Ob du entschuldigt oder unentschuldigt fehlst spielt keine Rolle, einen Verweise riskiert man so oder so.
Natürlich ist es förderlich, wenn alle Schüler offen und ehrlich von ihren Eltern unterstützt werden.
Mittwoch 10. Februar 2010 um 19:27
Hallo,
erst mal, danke Sebastian:)
Nein, ich habe mich bei iSt beworben und fahre alleine 3 Monate nach Neuseeland, also nix von der Schule organisiert…
Bei den Seminaren ist es so, dass du auf einem Blatt angeben kannst, welches W- bzw. P Seminar du haben willst, du kannst aber auch noch eine 2te möglichkeit angeben…aber da die beliebtesten überfüllt sein werden, müssen eben auch in die ungeliebten seminare leute rein…
ich hab nur eine heiden Angst, dass das mit dem Aufenthalt nicht klappt, weil eine menge geld dahinter steht…und ich hab unseren Direktor schon deswegen gefragt und ob ich da nachteile zu erwarten hätte und er hat mir ganz klar gesagt, dass ich es besser nicht tun sollte..
und er hat auch gesagt, dass er klare vorschriften vom kultusminesterium hat..also stimmt das nicht, oder??
xoxo
Donnerstag 11. Februar 2010 um 11:23
die Stundenzahl ist nicht das Problem, aber durch den neuen Stundenplan hatte man gar nicht Zeit, den Stoff zu vertiefen. Zum Beispiel die Intensivierungsstunden, die so oft ausgefallen sind und für die kein Lehrer ein richtiges Konzept hatte. Unser Niveau ist viel schlechter als das der K12er, aber wir werden mit denen über einen Kamm geschoren. Die Lehrer sagen uns, dass sie uns genauso benoten wie die K12. Und dann machen wir in Englisch das Gleiche wie der Leistungskurs mit dem gleichen Lehrer. Unsere Noten sind grottenschlecht. Wir schieben Frust. Da heißt es an unserer Schule: Ihr seid ein besonders fauler Jahrgang, weil wir viel schlechtere Noten haben als die vor uns. Wir sind keine Robotor, die auf schneller lernen programmiert werden, und dann kann man ein Jahr einsparen und somit auf Gleichstand mit der K12 sind. Und wer hat schon Spaß in einem Seminar, in das er gar nicht reinwollte, aber aus organistatorischen Gründen reingesteckt wurde.
Ist doch alles Beschíß mit dem Seminaren. Hört sich so toll an und dann wählt die Schule aus, wko man reinmuß, weil kein Geld da ist und die Seminare proppevoll sein müssen.
Was hab ich da gelesen?
An welcher Schule werden die Exen angesagt?
So eine Ungerechtigkeit: entweder soll das überall so sein oder gar nicht.
Donnerstag 11. Februar 2010 um 13:53
Schiebt mal alle nicht so einen Stress, zumindest an meiner Schule ist es so (K13) dass in der Oberstufe keiner sich dafür interessiert warum man wirklich krank ist. Also einfach nicht hingehen und gut ist. Die Polizei wird glaub ich keinen in die Schule fahren, denn dafür gibt es wie schon gesagt gar nicht genug Beamte. Ist natürlich schade dass morgen Zeugnisvergabe ist, da so viele aus den unteren Klassen die ihr Zeugnis noch nicht haben lieber in der Schule bleiben werden…
Donnerstag 11. Februar 2010 um 17:05
kann man eig von der schule fliegen wenn nur 2 leute aus der schule gehn oder so?
Donnerstag 11. Februar 2010 um 17:17
Nein, auf keinen Fall! Bei den Konsequenzen kommt es nicht darauf an, wieviele Leute einer Schule zu den Demonstrationen kommen!
Mehr wären natürlich schöner!
Donnerstag 11. Februar 2010 um 17:24
hi also bei uns im gymi habn die schule so ein Rundbrief rumgehen lassen dass, wenn wir bei streiks mitmachen würden “Ordnungs und Erziehungsmaßnahmen” folgen würden, In dem Brief steht saußerdem das das Streiken für Schüler VERBOTEN ist und das in dem Brieg der LEV steht das wir NICHT teilnehmen sollen.. Stimmt das den?
Donnerstag 11. Februar 2010 um 17:29
Nein, das stimmt auf keinen Fall! Hier hier der Brief von der LEV: http://q11.bildungsstreik-bayern.de/wp-content/uploads/2010/02/LEV_RS_Schuelerdemonstrationen.pdf .
Wenn ihr an den Demos teilnehmt erwartet euch max. ein Verweis. Sollte es zu mehr kommen, meldet euch bitte bei q11-streik@bildungsstreik-bayern.de wir werden uns darum kümmern.
Donnerstag 11. Februar 2010 um 18:56
“Die Schülerinnen und Schüler sind im Geist der Demokratie [...] zu erziehen.” (Art.1, Abs.1, Satz 4 BayEUG)
“Die Schulen haben insbesondere die Aufgabe, [...] die Bereitschaft zum Einsatz für den freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechststaat und zu seiner Verteidigung nach innen und außen zu fördern, [...] die Schülerinnen und Schüler zur gleichberechtigten Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichten in Familie, Staat und Gesellschaft zu befähigen [...]” (Art.2, Abs.1, Satz1 BayEUG)
Donnerstag 11. Februar 2010 um 19:04
:O Das verwirrt mich etwas.. In der PDF steht:
“Teilweise finden diese Demonstrationen noch in der Unterrichtszeit statt. Einen Streik lehnen wir ab!”
Außerdem stand in dem Rundschreiben noch das wir eine eventuelle “Radikalisierung der Bevölkerung” auslösen würden und in den Medien dieser Streik so dargestellt wird, das die Schüler nur Unterricht schwänzen wollen und wir im Prinzip nur ein Lächeln eines Lokal politikers bekämen, mehr nicht.
Und nochwas, in dem Rundschreiben stand wo im Brief stand das wir uns mit einem Formlosen Formular entschuldigen können “Eine Unterrichtsbefreiung für die angekündigte Demonstration bzw. Streikmaßnahmen ist nicht möglich.”
Des weiteren: “Nach Schulordnung sind die Elternbeiräte und der Elternbeiratsvorsitzende verpflichtet, vertrauenscoll mit der Schule und dem Schuleiter zusammenzuarbeiten. Eltern, Lehrer und Schulleitung sind dem gemeinstamen Erziehungsauftrag verpflichtet, der mit Sicherheit nicht darin bestehen kann zu nicht gesetzeskonformen Verhalten (unerlaubtem Fernbleiben vom Unterrich) aufzurufen oder gar zu ermuntern.”
Und außerdem “stelle der Brief nict die Meinung der LEV dar sondern nur die persönliche Sicht von Hr. Schott”.
Ziemliche harte Ansage
Besonders der Satz “Für Schüler existiert jedoch KEIN Streikrecht.”
Donnerstag 11. Februar 2010 um 20:12
hey,
ich geh in Hof aufs Schiller-Gymnasium und bei uns hats heut durch die Fleyer des Streiks in Bayreuth ganz schön tumult gegeben. Fast alle aus meiner Klasse fahren mit(oder wollen zumindest). Ich persönlich würde auch gern mitfahren, doch der morgige Tag ist kein guter Zeitpunkt für eine Demonstration, da morgen 1. Zeugnisausgabe ist und 2. (und das ist aussschlaggebend) findet eine Info-Veranstaltung für uns statt, bei der es um die Wahl der Seminare für nächstes Jahr geht. Leider liegt für mich die Priorität der Schul-Veranstaltung höher als für den Streik.
Donnerstag 11. Februar 2010 um 20:18
Das mit der Veranstaltung ist natürlich gemein. Zum Glück sind nicht andere Schulleitungen auf diese Idee gekommen!
Sonntag 14. Februar 2010 um 17:34
Die Rechte auf Streik und Demonstration sind geschichtlich gesehen noch nicht so alt, sie wurden hart erkämpft. So mancher ging dafür ins Gefängnis. Es gab auch viele Rückschläge, dann wieder Frotschritte.
Die Menschheit entwickelt sich eben weiter, damit ist auch eine Veränderung der Rechte (und Pflichten) verbunden. Dabei sind jedesmal Widerstände zu überwinden – ähnlich wie bei der Plattenverschiebung kommt es dann zu Erdbeben.